
Termine 2026
Mitgliederversammlung,
Freitag, 20.11.2026 in Stuttgart

Erdbeersaison 2026 eröffnet: Erwerbsobstbau fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Oberkirch, 24.4.2026 – Mit der offiziellen Eröffnung der Erdbeersaison in Oberkirch ist in Baden-Württemberg die Ernte der süßen Früchte gestartet. Der Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg hebt die große Bedeutung des Erdbeeranbaus für die regionale Wertschöpfung, die Versorgung mit frischen Lebensmitteln und den Erhalt der Kulturlandschaft hervor.
„Unsere Erdbeerbetriebe stehen für Qualität, Frische und Regionalität. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur heimischen Landwirtschaft und zur Versorgung der Verbraucherinnen und Verbraucher“, betont der Verband anlässlich der Saisoneröffnung. Insbesondere die Anbauregionen in der Ortenau zählen zu den bedeutendsten Erdbeerstandorten im Land.
Mit Blick auf die aktuelle politische Lage weist der Landesverband zugleich auf wachsende Herausforderungen hin. Im Zentrum steht die Beschäftigung von Saisonarbeitskräften, die für die arbeitsintensive Ernte unverzichtbar sind. Der gesetzliche Mindestlohn gilt uneingeschränkt auch für diese Beschäftigten und führt zu deutlich steigenden Lohnkosten.
„Der Mindestlohn sowie die zunehmende Bürokratie verschärfen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe erheblich“, erklärt Max Hagin, Vizepräsident des Landesverbands Erwerbsobstbau Baden-Württemberg. „Faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen sind für uns selbstverständlich. Gleichzeitig brauchen unsere Betriebe dringend verlässliche und praxisgerechte Rahmenbedingungen, um im europäischen Wettbewerb bestehen zu können.“
Der Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg fordert daher politische Lösungen, die die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Obstbaubetriebe sichern und zugleich soziale Standards gewährleisten.
Zugleich appelliert der Verband an die Verbraucherinnen und Verbraucher, gezielt zu regional erzeugten Erdbeeren zu greifen: „Wer heimische Erdbeeren kauft, stärkt unsere Betriebe, sichert Arbeitsplätze und unterstützt nachhaltige Produktion vor Ort.“

CDU-Landeschef
Hagel besucht Obstbaubetrieb Bernhard in Kressbronn
Gespräch über Mindestlohn, Agri-PV, Pflanzenschutz und Ausbildung
Kressbronn, 10. September 2025 – Auf Einladung des Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg e.V. (LVEO) hat der CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Manuel Hagel den Betrieb von LVEO-Präsident Hubert Bernhard in Kressbronn besucht. Im Mittelpunkt standen aktuelle Themen, die den Landwirten in der Region unter den Nägeln brennen.
Ein zentrales Anliegen war die Diskussion um den gesetzlichen Mindestlohn. Dieter Mainberger Vorsitzender des Kreisbauernbauernverband Tettnang sowie junge Obstbauern und Obstbäuerinnen aus der Region machten deutlich, dass gerade im arbeitsintensiven Obstbau die stark gestiegenen Lohnkosten eine erhebliche Belastung darstellen. Für viele Betriebe, die auf Saisonarbeitskräfte angewiesen sind, sei dies zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden.
Mit großem Interesse informierte sich Hagel außerdem über die ersten Pflanzungen unter Agri-Photovoltaik-Anlagen. Bernhard zeigte, wie die Kombination von Energiegewinnung und Obstproduktion in der Praxis aussehen kann. Während die Anlagen Chancen für eine nachhaltige Energieversorgung böten, seien die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch nicht ausreichend geklärt.
Auch der Pflanzenschutz kam zur Sprache. Die Landwirte schilderten, dass die zunehmenden Einschränkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die Produktion erschweren. Gerade im Bodenseeraum, wo Äpfel und andere Sonderkulturen angebaut werden, sei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Umweltschutz und Praxistauglichkeit notwendig.
Der internationale Wettbewerb bildete einen weiteren Schwerpunkt. Billigimporte aus dem Ausland setzten die heimischen Erzeuger unter Druck, obwohl in Deutschland besonders hohe Standards einzuhalten seien. Hubert Bernhard betonte, dass gleiche Wettbewerbsbedingungen unverzichtbar seien, um die Betriebe langfristig zu sichern.
Auch das Thema Ausbildung wurde angesprochen. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für einen Beruf in der Landwirtschaft. Dabei brauche die Region dringend qualifizierten Nachwuchs, um die Zukunft des Obst- und Hopfenanbaus zu sichern. Passend zum Termin konnte Hagel einen Blick auf die laufende Hopfenernte werfen, die derzeit viele Betriebe in der Region beschäftigt.
Hagel zeigte sich beeindruckt von den Einblicken in die Praxis und hob die Bedeutung des Austauschs hervor: „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe sind unverzichtbar für die Region. Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit sie auch in Zukunft bestehen können.“
Das Treffen auf dem Bernhard-Hof bot allen Beteiligten die Gelegenheit, zentrale Anliegen direkt an die Landespolitik heranzutragen. Der offene Austausch zwischen Landwirten, Verband und Politik wurde von allen Seiten positiv bewertet.

Wechsel an der Spitze des Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg e.V.
Nach 18 Jahren an der Spitze des Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg e.V. (LVEO) wurde Franz Josef Müller am 06.11. 2024 im Rahmen der Mitgliederversammlung verabschiedet
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg e.V. wurde Franz Josef Müller in Denkendorf bei einem Festakt gebührend verabschiedet. Nach 18 Jahren als Präsident des Landesverband Erwerbsobstbau schied er am 06.11.2024 aus dem Verband aus. Fast 40 Jahre widmete sich Franz Josef Müller mit vollem Engagement der berufsständischen Arbeit in verschiedensten Gremien u.A. Badischer Bauernverband, südbadischer Arbeitgeberverband, CDU-Agrarausschuss und in vielen weiteren Ausschüssen rund um den Obstbau, neben den politischen Funktionen war ihm auch immer eine Herzensanliegen den Nachwuchs zu fördern. Durch sein Engagement entstand in Heilbronn die Landesfachklasse Obstbau und die Meisterbriefübergabe für die jungen Obstbaumeister/innen wurde an der LVWO Weinsberg etabliert. Mit viel Herzblut hat er sich stets für die heimischen Obstbauern eingesetzt und oft an vorderster Front für die Obstbauern gekämpft. So setzte er sich zum Beispiel hartnäckig und erfolgreich für die Einführung der Mehrgefahrenversicherung auf Landesebene ein. Für seine Verdienste im Obstbau wurde er durch seinen Nachfolger im Amt Hubert Bernhard mit dem Goldenen Apfel geehrt.
Neuer Präsident
Zum neuen Präsidenten des Landesverbands Erwerbsobstbau wurde der bisherige Vizepräsident Hubert Bernhard gewählt. Neben Friedhelm Weckert und Hartwig Roth wurde Max Hagin, bisher Vorstandsmitglied, als neuer Vizepräsident ins Präsidium gewählt.